Populäre Irrtümer über Wikinger
Asterix und die Wikinger
von Mathias Semm
Wer kennt nicht die Geschichten von Asterix aus dem kleinen gallischen Dorf, welches sich stets mutig den römischen Belagerern widersetzte. In einer Episode begegnen die Gallier sogar den Wikingern. Hier zur Erinnerung:
Das kleine gallische Dorf bekommt Besuch von Grautvornix, dem Neffen des Häuptlings. Asterix und Obelix sollen aus dem in Lutetia aufgewachsenen Jüngling einen ganzen Mann machen. So beginnen sie mit seiner Ausbildung, doch dabei müssen sie feststellen, dass Grautvornix ein Schwächling und ziemlicher Feigling ist. Grautvornix seinerseits fühlt sich in dem Dorf unwohl, denn er findet die Umstände dort provinziell.
Im hohen Norden hingegen leben die Wikinger, deren Namen irgendwie alle auf "-af" enden. Dieses unerschrockene Volk fürchtet nichts und niemanden und ist frustriert, weil bei ihren Plünderungen immer schon vorher alle Bewohner der Dörfer fliehen. Der Seher Kryptograf erzählt dem Häuptling der Wikinger, dass Angst Flügel verleihen soll und deshalb die Bewohner der Dörfer alle verschwunden sind. Der Häuptling möchte auch fliegen können und so fordert er Kryptograf auf, den Angst-Champion zu finden. In seiner Not deutet Kryptograf auf die Karte und dabei ausgerechnet auf das Dorf der Gallier. Der Häuptling beschließt nun, die Gallier heimzusuchen, um von ihnen zu lernen was Angst ist. Abba, die aufmüpfige Tochter des Wikingerhäuptlings, möchte auch mit auf die Reise gehen, doch ihr Vater verbietet es. Abba schmuggelt sich jedoch als Mann verkleidet auf das Schiff, wird aber auf dem Meer entdeckt. Als die Wikinger in Gallien anlegen, entdeckt der Sohn von Kryptograf ausgerechnet Grautvornix und hält ihn für den Angst-Champion. Er bringt ihn auf das Wikingerschiff und die Wikinger treten die Heimreise an. ...
Quelle: Wikipedia
Liebe Asterix-Freunde, jetzt müsst ihr ganz stark sein! Die Geschichte ist erstunken und erlogen. Die Gallier aus der Zeit der Römer und die Wikinger sind sich nie begegnet. Ein Blick in die Geschichte erklärt dies:
Wer ein bisschen googelt, wird feststellen, dass das Gründungsjahr der Stadt Rom auf das Jahr 753 vor Christus angesetzt wird ("753 kroch Rom aus dem Ei.") und das offizielle geschichtliche Ende der römischen Epoche mit dem Untergang der Weströmischen Reiches etwa auf das Jahr 476 nach Christus festgelegt ist ("476 war's mit Rom ex.").
Die Zeit der Wikinger begann allerdings erst um etwa 750 nach Christus. Dazwischen liegen also mehr als 300 Jahre! Selbst, wenn die Gallier des berühmten Dorfes dank Maraculix' Zauberkünsten dann vielleicht doch lange gelebt haben sollten, so sollten sie doch selbst diese lange Zeitspanne nicht überstanden haben.