Die Geschichte der Wikinger

Die Geschichte

Vorab die Begriffserklärung: Für das Wort „Wikinger“ gibt es eine Vielzahl von Definitionen. Die verständlichste besagt, dass sich das Wort „Wikinger“ vermutlich von dem altnordischen "víkingr" ableiten lässt und soviel wie "Seefahrer" bedeutet. Somit gehörten nicht alle Norweger, Schweden und Dänen zu den Wikingern, sondern nur die, die auch zum Zwecke von Beutezügen und Handel zur See fuhren. Das Zeitalter der Wikinger umfasst das 8. bis zum 11. Jahrhundert. Genauer gesagt, begann die Wikingerzeit 793 mit dem Angriff auf das Kloster Lindisfarne und endete 1066 mit der Schlacht bei Hastings. Von den Zeitgenossen wurden sie oft als brutal und blutrünstig beschrieben, doch bleibt nicht zu vergessen, dass die Wikinger auch Händler, Entdecker und große Seefahrer waren. Ihre Eigenschaften bestanden unter anderem darin neue Länder zu kolonisieren, Handel über sehr große Entfernungen zu betreiben, tapfer ihre Schlachten zu schlagen und eine Reihe von kleinen Staaten zu gründen. Ihre mittelalterlichen Nachfahren erzählten sich die Heldentaten der Wikinger, in schon fast romantischer Form, wodurch die nordischen Sagas entstanden. Etwas für das die Wikinger berühmt geworden sind, sind ihre Schiffe (auch geläufig unter dem Namen Drachenschiffe). Mit diesen Schiffen segelten sie aus ihrer Heimat in alle Gegenden der nördlichen Halbkugel. Somit wurden 3 Jahrhunderte der nordischen Geschichte durch Piratenzüge, Invasionen, Handelsreisen und Entdeckungsfahrten geprägt. Die Welt der Wikinger war ein loser Verbund des damaligen skandinavischen Kernlandes mit den neuen Siedlungsgebieten jenseits der Meere. Um diese Gebiete zu erreichen, nutzten die Wikinger Seewege in der Ostsee, Nordsee und sogar im Atlantik. Damit hatten sie die Möglichkeit, Gebiete von Neufundland bis in die Normandie zu bewohnen. Zudem reichten ihre Handelskontakte bis nach Spanien und Italien. Ihre Seeräuberei fand ihre Anfänge in den letzten Jahrzehnten des 8. Jahrhunderts, wo zahlreiche Klöster in Westeuropa überfallen wurden. Diese Angriffe fanden im 10. Jahrhundert ihren Höhepunkt und verschwanden gegen Ende des 11. Jahrhunderts völlig. Zu diesem Zeitpunkt wurde der christliche Glaube von den einstigen Heiden in Skandinavien angenommen. Außerdem wurden Norwegen, Dänemark und Schweden zu Nationalstaaten, wie es im restlichen Europa schon üblich war. In vielen Gegenden hatten sich wikingische Siedler mit der einheimischen Bevölkerung verschmolzen. Doch in anderen Gebieten, wie z. B. in Island, lebt ihr Erbe bis heute weiter. (An dieser Stelle sei nochmals darauf hingewiesen, dass zur damaligen Zeit nicht alle Einwohner Skandinaviens auch zu den Wikingern zählten). Während dieser 3 Jahrhunderte gab es bei den Wikingern unterschiedlichste Aufgaben zu erfüllen. Nicht alle waren Krieger, sondern es gab auch Jäger, Fischer, Bauern, Fallensteller sowie Händler.